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Die S/4HANA-Cloudmodelle im Überblick

26.08.21

Teil 3  •  By Lena Schneider und Stefan Theis

Entscheidet man sich dafür, das SAP S/4HANA-System in der Cloud zu betreiben, stehen verschiedene Modelle zur Auswahl. Doch wie unterscheiden sich die Editions? Und können die GIB-Lösungen beliebig in jede Cloud-Version mitgenommen werden? Mit diesen spannenden Fragen beschäftigt sich der dritte Teil der Blogreihe „Licht im Dunkeln der Cloud“.

In der untenstehenden Tabelle sind die verschiedenen S/4HANA Cloud-Betriebsmodelle positioniert. Für den Betrieb einer kompletten S/4HANA-Umgebung kann der Bereich PaaS außen vor gelassen werden.

Infrastructure as a Service (IaaS)

SAP S/4HANA on Hyperscaler

  • Nutzung der Infrastruktur eines Hyperscaler
  • Systemverantwortung liegt beim Kunden
  • Möglichkeit der Integration von Kundenerweiterungen oder Partnerlösungen

SAP S/4HANA Enterprise Cloud (HEC)

  • Nutzung der Infrastruktur eines Cloud Computing-Anbieters
  • Systemverantwortung liegt beim Kunden
  • Prinzipiell Möglichkeit der Integration von Kundenerweiterungen oder Partnerlösungen
  • SAP managed das System und bietet weitere Zusatzservices an

Software as a Service (SaaS)

SAP S/4HANA Cloud Extended Edition

  • Nachfolger der Single Tenant Edition
  • Konsumieren der Applikation, Systemverantwortung liegt bei SAP
  • System ist extra für den Kunden aufgesetzt (keine gemeinsame Nutzung)
  • Möglichkeit der Integration von Kundenerweiterungen unter strengen Auflagen
  • Möglichkeit des Einsatzes von zertifizierten Partnerlösungen

SAP S/4HANA Essentials Edition

  • Nachfolger der Multi Tenant Edition
  • Konsumieren der Software, Systemverantwortung liegt bei SAP
  • Teilen der Applikation mit anderen Kunden
  • Keine Möglichkeit der Integration von Kundenerweiterungen oder Partnerlösungen

Durch das SAP RISE-Programm, ein Bundle aus Lizenzen, Paketen und Dienstleistungen, das den Weg aus der On-Premises-Welt in die Cloud beschleunigen und von den Kosten kalkulierbarer machen soll, sind außerdem zwei weitere neue Namen ins Spiel gekommen.

Die Private Edition ist der Nachfolger der Extended Edition, die aber weiterhin als eigenständiges Produkt auf dem Markt bleibt. Mit Fokus auf die GIB-Lösungen lassen sich beide Modelle 1:1 miteinander vergleichen. Der Nachfolger der Essentials Edition, die vom Markt verschwindet, ist die Public Edition. Diese kann zukünftig nur noch im RISE-Programm gewählt werden.

Wo ist der Einsatz der im System integrierten GIB-Lösungen möglich?

Im SAP S/4HANA Hyperscaler-Modell lassen sich die GIB-Lösungen ohne Weiteres im System installieren, da die Systemverantwortung komplett beim Kunden liegt.

In der Extended Edition ist nur der Einsatz von zertifizierten Partnerlösungen möglich. Damit die Lösungen der GIB hier eingesetzt werden können, ist es demnach verpflichtend, einen Zertifizierungsprozess zu durchlaufen. Anfang 2020 bot sich für die GIB der glückliche Umstand, dass ein langjähriger Partner mit dem Gedanken gespielt hat, in ebendiese Cloud Edition zu migrieren und die GIB-Lösungen mitzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt gab es aber noch kein Zertifizierungsprogramm. Mit dem Kunden an der Hand konnte das Team der GIB zu einer Beschleunigung bei SAP beitragen und als eines der ersten Unternehmen den Zertifizierungsprozess durchlaufen. Seit Mitte 2020 besitzt die GIB nun das entsprechende Zertifikat für Supply Chain Excellence in der SAP S/4HANA Cloud Extended Edition. Die Anforderungen für den Zertifizierungsprozess sind insgesamt deutlich höher als für den klassischen On-Premises-Zertifizierungsprozess. Neben erforderlichen Anpassungen im Quellcode und in den Programmiertechniken, gab es auch einige organisatorische Änderungen. Denn mit dem Gang in das Zertifizierungsprogramm hat sich die GIB dazu verpflichtet, jedes neue SAP S/4HANA Release zu unterstützen und sich für jedes Release auch rezertifizieren zu lassen.

Durch das Zertifikat lässt sich also auch ein Haken an die Extended bzw. die aus GIB-Sicht identische Private Edition setzen. Da die Anforderungen an den Einsatz dieser Cloud-Version deutlich höher sind als für den Einsatz in der S/4HANA Enterprise Cloud, ist auch dieses Modell gedanklich abgehakt.

Lediglich im Bereich Essentials Edition und dem Nachfolger, der Public Edition, kann keine Drittanbietersoftware als integrierte Lösung im System eingesetzt werden. Doch auch hier befindet sich die GIB aktuell im Gespräch mit einem Kunden, der in genau dieses Modell migrieren möchte. Gemeinsam wird überlegt, wie die GIB-Lösungen auch weiterhin genutzt werden könnten. Klar ist bereits, dass dies nur als sogenannte By-Side-App, also als App, die neben dem S/4HANA-System steht und über freigegebene Schnittstellen auf das SAP S/4HANA Core zugreift, umsetzbar ist.

Schon jetzt sind die Lösungen also in nahezu jeder Version lauffähig und die GIB ist bestens auf die Cloud vorbereitet.