HOMAG – Stammdaten intelligent automatisieren
Stammdaten intelligent automatisieren – wie HOMAG mit der Rule Workbench Prozesse stabilisiert, Resilienz stärkt und die Supply Chain zukunftsfähig macht
250.000 Materialien, mehrere Produktionsstandorte weltweit, eine Vision: HOMAG, weltweit führender Anbieter von Maschinen und Anlagen für die holzverarbeitende Industrie, setzt auf die Rule Workbench (RWB) von ifm, um die eigene Supply Chain resilienter, effizienter und technologisch zukunftsfähig zu gestalten. Die automatisierte Stammdatenpflege ist dabei nicht nur ein operativer Hebel – sie ist ein strategischer Game Changer.
Ausgangslage: Komplexität, manuelle Eingriffe und fehlende Datenlogik
Die Herausforderungen waren vielschichtig: HOMAG produziert häufig Maschinen und Anlagen für Kunden, die in Losgröße 1 produzieren. Dies führt zu höchsten Anforderungen an die Planung und Materialverfügbarkeit. Gleichzeitig waren die Stammdaten fragmentiert – geprägt von Datensilos in SAP Tabellen, inkonsistenter Berechnungslogik für Stammdaten und hohem manuellem Pflegeaufwand.
„Wir hatten kein ausreichend definiertes Regelwerk und kein komplettes durchgängiges Verständnis für die Zusammenhänge der Materialstammdaten. Prozesse mussten sehr oft manuell korrigiert werden“, beschreibt Claudia Ortmann, verantwortlich für Global Supply Chain Strategien bei HOMAG
Mit rund 250.000 aktiven Materialien und global verteilten Produktionsstandorten war der Aufwand enorm. „Wenn ein Disponent theoretisch nur fünf Minuten pro Material in den Materialstammdaten im Jahr benötigt, summiert sich das auf mehrere hundert Arbeitstage“, rechnet Alexander Römer vor, der die Strategieentwicklung im Global Supply Chain Management mitverantwortet. Die Folge: sporadische Stammdaten-Updates, eingeschränkte Planbarkeit und eine Supply Chain, die auf keiner soliden Datenbasis operierte.
Strategische Antwort: Automatisierung mit der Rule Workbench
Nach ersten Erfolgen mit ifm-Tools wie Operations und Inventory wurde klar: Die Rule Workbench ist der Schlüssel zur nachhaltigen Automatisierung und Standardisierung.
„Die Module der ifm greifen intelligent ineinander – Informationen fließen von einem Modul ins nächste“, erklärt Römer. Durch die Nutzung der vorhandenen Daten können wir mit der RWB die Stammdaten automatisch aktuell halten und somit komplexe Dispositionsprozesse automatisiert steuern und gleichzeitig Einkaufsvorteile wie Staffelpreise nutzen.
Die Implementierung verlief bemerkenswert schnell: Innerhalb von vier Monaten wurde ein komplexes Regelwerk entwickelt, simuliert und produktiv gesetzt. Der Pilotbetrieb überzeugte – und wurde sukzessive auf weitere Werke ausgerollt.
„Wir erhielten einen kontinuierlichen Feedback-Loop von Werk zu Werk und konnten die Logik laufend verbessern“, so Römer. Die Lösung blieb stabil und gleichzeitig flexibel.
Resilienz durch datengetriebene Orchestrierung
Ein zentraler Vorteil der RWB liegt in ihrer Fähigkeit zur dynamischen Berechnung und Aktualisierung von Stammdaten: Über 30 Input-Faktoren – von statischen Parametern wie Dimensionen und Lagerort bis hin zu dynamischen wie Verbrauch, Lieferzeiten oder Produktlebenszyklen – werden monatlich verarbeitet. „Ändert sich ein Faktor, passt sich die gesamte Logik automatisch an – das macht uns extrem reaktionsfähig“, betont Römer.
Diese Fähigkeit zur regelmäßigen Anpassung stärkt die Resilienz der Supply Chain:
Ob Suezkanal-Blockade, Engpässe bei seltenen Erden oder neue Zolltarife – HOMAG kann flexibel, zeitnah und eigenständig reagieren. Die automatisierte Logik ersetzt starre Prozesse durch ein anpassungsfähiges System, das auch unter volatilen Bedingungen stabil bleibt.
Stabilität und finanzieller Impact: Net Working Capital im Fokus
Die Einführung der RWB zeigt messbare Erfolge – sowohl operativ als auch finanziell:
- +40 % Materialverfügbarkeit (im Vergleich zum Vorjahr)
- -20 % Bestände – mit direktem, positivem Effekt auf das Net Working Capital
- >50 % automatisierte Bestellungen – bei gleichzeitig reduzierter Bestellhäufigkeit durch intelligente Bündelung
- 5 Mio. Stammdaten-Updates seit Go Live – vollständig automatisiert
Die Reduktion der Bestände bei gleichzeitiger Erhöhung der Verfügbarkeit ist ein klarer Beleg für die Effizienzsteigerung und Kapitalbindungssenkung. Die Supply Chain wird nicht nur schneller und flexibler – sie wird auch wirtschaftlicher.
Technologische Zukunftsfähigkeit: KI-ready durch saubere Datenbasis
Die automatisierte Stammdatenpflege ist nicht nur ein Effizienztreiber – sie ist ein Enabler für Zukunftstechnologien.
„Die RWB schafft die Grundlage für u.a. KI-gestützte Prognosemodelle und intelligente Entscheidungsunterstützung“, erklärt Ortmann. Durch die konsistente und aktuelle Datenbasis wird HOMAG „AI-Ready“ – ein entscheidender Schritt in Richtung digitaler Supply Chain im Sinne der HOMAG AI Strategy.
Die datengetriebene Orchestrierung ermöglicht zudem die Integration weiterer Technologien wie Advanced Analytics, Predictive Planning oder autonome Disposition. Die RWB fungiert dabei als „zentrales Nervensystem für Stammdaten“, das Daten Inputs verknüpft und die Stammdaten aktualisiert.
Fazit: Datenqualität als strategischer Hebel für die Supply Chain der Zukunft
Die Einführung der Rule Workbench bei HOMAG zeigt eindrucksvoll, wie intelligente Stammdatenpflege zum strategischen Erfolgsfaktor wird.
„Wir würden das Tool nicht mehr missen wollen“, fasst Ortmann zusammen. Die RWB ist heute ein zentraler Baustein der digitalen Transformation – und macht HOMAGs Supply Chain fit für die Herausforderungen von morgen.