Danfoss Frankreich – moneo macht Einsparpotenziale sichtbar
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Zusammenfassung Sensordaten, die bares Geld sparen: Mit moneo erkennt Danfoss versteckte Verluste und drohende Ausfälle frühzeitig – und spart so jährlich mehr als 80.000 Euro. |
Aus Daten werden Einsparungen
Wie Danfoss mit moneo versteckte Verluste aufdeckt und jährlich über 80.000 Euro spart
Industrieunternehmen erzeugen heute enorme Mengen an Prozessdaten. Doch erst wenn diese Informationen intelligent miteinander verknüpft und ausgewertet werden, entsteht ein echter Mehrwert. Genau diesen Schritt ist Danfoss am französischen Produktionsstandort Reyrieux gegangen. Der weltweit führende Hersteller von Kälte- und Klimatechnik setzt dort auf die IIoT-Plattform moneo von ifm, um Produktionsprozesse transparenter zu machen, den Energieverbrauch zu senken und Wartungsmaßnahmen vorausschauend zu planen. Das Ergebnis spricht für sich: Mehr als 80.000 Euro jährliche Einsparungen, eine höhere Anlagenverfügbarkeit und ein völlig neuer Blick auf die Produktion.
Innovation für die Kälte- und Klimatechnik
Am Produktionsstandort im französischen Reyrieux fertigt das Unternehmen Hubkolbenverdichter für Kühl- und Kälteanlagen. Die Produktion läuft nahezu kontinuierlich – ungeplante Stillstände oder unnötige Energieverluste wirken sich daher unmittelbar auf Produktivität und Wirtschaftlichkeit aus.
Im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie verfolgte Danfoss das Ziel, bestehende Prozessdaten besser zu nutzen. Zwar waren bereits zahlreiche Sensoren in den Produktionsanlagen installiert, doch die Informationen wurden bislang nur punktuell ausgewertet. Viele Entwicklungen blieben deshalb unentdeckt – insbesondere schleichende Veränderungen, die sich erst nach Wochen oder Monaten in Form steigender Energiekosten oder technischer Probleme bemerkbar machten.
Von einzelnen Messwerten zu einem vollständigen Anlagenbild
Vor der Einführung von moneo stützte sich die Instandhaltung vor allem auf regelmäßige Kontrollen, das Erfahrungswissen der Mitarbeitenden und die Analyse von Verbrauchsabrechnungen. Dieses Vorgehen funktionierte zwar bei offensichtlichen Problemen, doch kleine Leckagen, langsam steigende Medienverbräuche oder erste Anzeichen mechanischen Verschleißes blieben häufig lange unbemerkt.
Die Folge: Defekte wurden oft erst erkannt, wenn bereits Produktionsausfälle entstanden oder unnötig hohe Betriebskosten aufliefen. Das Ziel war deshalb klar definiert: Sämtliche relevanten Prozessdaten sollten zentral zusammengeführt, kontinuierlich überwacht und automatisch ausgewertet werden. So sollten versteckte Verluste sichtbar werden, bevor sie hohe Kosten verursachen.
moneo verbindet Sensorik und Datenanalyse
Mit der Einführung von moneo schuf Danfoss eine zentrale Plattform für die Überwachung seiner Produktionsanlagen. Die Software sammelt Daten unterschiedlichster Sensoren und stellt sie übersichtlich in Dashboards und Langzeittrends dar. Gleichzeitig überwacht sie definierte Grenzwerte und informiert die Verantwortlichen automatisch, sobald sich Prozessparameter außerhalb des Sollbereichs bewegen.
Überwacht werden unter anderem Temperatur, Druck, Durchfluss und Vibration – genau die Messgrößen, die entscheidend für einen sicheren und wirtschaftlichen Anlagenbetrieb sind. Die Daten werden nicht nur in Echtzeit ausgewertet, sondern auch langfristig gespeichert. Dadurch lassen sich schleichende Veränderungen erkennen, die im Tagesgeschäft kaum auffallen würden.
Seit dem Projektstart im Jahr 2020 wurde die Lösung kontinuierlich ausgebaut. Heute sind bereits mehr als 400 Sensoren in das System integriert und über 1.200 Prozessmerkmale werden permanent überwacht. Damit verfügt Danfoss über ein nahezu lückenloses digitales Abbild seiner Produktion.
Ein Stickstoffleck wird innerhalb von 24 Stunden erkannt
Wie groß der Nutzen der kontinuierlichen Überwachung ist, zeigte sich bereits kurz nach der Einführung von moneo.
Nach einer Wartung durch einen externen Dienstleister blieb ein Stickstoffventil versehentlich leicht geöffnet. Der erhöhte Verbrauch wäre im normalen Produktionsalltag kaum aufgefallen. Wahrscheinlich hätte erst die nächste Gasabrechnung Monate später auf den unnötigen Verlust hingewiesen.
Durch die permanente Erfassung und Auswertung der Verbrauchsdaten erkannte moneo die ungewöhnliche Entwicklung jedoch bereits innerhalb von 24 Stunden. Die Verantwortlichen wurden automatisch informiert und konnten sofort reagieren. Das Leck wurde umgehend beseitigt und unnötiger Gasverbrauch vermieden.
Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie schnell sich Investitionen in eine datenbasierte Überwachung amortisieren können. Statt lediglich auf Probleme zu reagieren, werden diese unmittelbar erkannt und behoben.
Bild 2: Ein ifm-Durchflusssensor der Baureihe SD überwacht den Stickstoffverbrauch. Die Messwerte werden in Echtzeit an moneo übertragen und kontinuierlich ausgewertet.
Bild 3: Das moneo-Dashboard macht den ungewöhnlichen Anstieg des Stickstoffverbrauchs sofort sichtbar und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf Leckagen.
Vorausschauende Wartung verhindert kostspielige Ausfälle
Ein weiteres Optimierungsprojekt konzentrierte sich auf die elektrischen Antriebe in der Produktion. In der Vergangenheit kam es dort regelmäßig zu Defekten. Lose Riemen, mangelnde Schmierung oder fortschreitender Verschleiß führten jedes Jahr zu rund zehn Ausfällen.
Jeder einzelne Schaden verursachte Reparaturkosten zwischen 3.000 und 4.000 Euro. Hinzu kamen Produktionsunterbrechungen, Personalaufwand und ungeplante Wartungseinsätze.
Durch die kontinuierliche Überwachung der Anlagen erkennt moneo heute frühzeitig Veränderungen im Maschinenzustand. Auffällige Schwingungen oder andere Anzeichen für Verschleiß werden sichtbar, lange bevor ein Bauteil tatsächlich ausfällt. Wartungsarbeiten können dadurch geplant und in bestehende Produktionsabläufe integriert werden.
Das Ergebnis: Rund zehn Ausfälle pro Jahr konnten vermieden werden. Allein dadurch spart Danfoss jährlich etwa 40.000 Euro, gleichzeitig steigt die Anlagenverfügbarkeit erheblich. Die Instandhaltung arbeitet heute deutlich planbarer und effizienter als zuvor.
Langzeittrends decken schleichende Verluste auf
Nicht jede Optimierung ergibt sich aus einem Alarm. Besonders wertvoll erwiesen sich die Langzeitanalysen von moneo.
Ein Beispiel ist der Heliumverbrauch einer Produktionsanlage. Die täglichen Messwerte bewegten sich stets innerhalb des erwarteten Bereichs. Für die Mitarbeitenden bestand deshalb kein Anlass zum Handeln.
Erst die langfristige Trenddarstellung machte sichtbar, dass der Verbrauch über mehrere Monate kontinuierlich anstieg – von etwa 0,2 auf nahezu 1 Kubikmeter pro Stunde. Die Veränderung verlief so langsam, dass sie im Tagesgeschäft praktisch unsichtbar blieb.
Dank dieser Erkenntnis konnte die Ursache gezielt gesucht und beseitigt werden. Das Ergebnis waren weitere Einsparungen von über 40.000 Euro pro Jahr. Gerade dieses Beispiel verdeutlicht den besonderen Mehrwert datenbasierter Analysen: Nicht nur akute Störungen werden erkannt, sondern auch schleichende Entwicklungen, die langfristig erhebliche Kosten verursachen können.
Mehr Transparenz für Produktion und Instandhaltung
Neben den unmittelbar messbaren Einsparungen profitiert Danfoss von einer deutlich höheren Transparenz im gesamten Produktionsprozess. Sämtliche Prozessdaten stehen zentral zur Verfügung und können standortübergreifend ausgewertet werden. Ursachenanalysen gelingen wesentlich schneller, Entscheidungen basieren auf belastbaren Daten statt auf Vermutungen und Wartungsmaßnahmen werden gezielt dort durchgeführt, wo sie tatsächlich erforderlich sind.
Aus einer klassischen reaktiven Instandhaltung ist so Schritt für Schritt eine zustandsorientierte, datenbasierte Wartungsstrategie geworden. Produktionsanlagen bleiben länger verfügbar, Ressourcen werden effizienter genutzt und Energieverbräuche können kontinuierlich optimiert werden.
„Jeden Monat löst moneo ein Problem“
Für Karl Lobry, General Manager bei Danfoss, zeigt sich der Nutzen der Plattform vor allem im täglichen Betrieb: „Mit moneo löse ich jeden Monat ein Problem – allein dadurch rechnet sich die Software.“ Die Aussage verdeutlicht, dass der eigentliche Mehrwert nicht allein in den dokumentierten Einsparungen liegt. Entscheidend ist die Fähigkeit, Probleme frühzeitig sichtbar zu machen und dadurch kontinuierlich Verbesserungen umzusetzen.
Bild 4: Präzise Durchflusssensoren der Baureihe SD von ifm erfassen den Heliumverbrauch und liefern die Grundlage für langfristige Trendanalysen.
Bild 5: Die Langzeitanalyse in moneo deckt schleichende Verbrauchssteigerungen beim Heliumgas auf, die im Produktionsalltag häufig unbemerkt bleiben.
Bild 1: Im französischen Danfoss-Werk Reyrieux produziert das Unternehmen Hubkolbenverdichter für Kälte- und Klimatechnik.
Fazit
Das Projekt bei Danfoss zeigt eindrucksvoll, wie Unternehmen bereits vorhandene Sensordaten wirtschaftlich nutzen können. Mit moneo werden Messwerte nicht nur gesammelt, sondern in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzt. Leckagen werden innerhalb weniger Stunden erkannt, Maschinenzustände kontinuierlich überwacht und schleichende Energieverluste sichtbar gemacht.
Aus einer Digitalisierungsinitiative ist so ein leistungsfähiges Werkzeug für die kontinuierliche Optimierung der Produktion entstanden. Das Ergebnis sind mehr als 80.000 Euro nachweisbare jährliche Einsparungen, eine höhere Anlagenverfügbarkeit und eine moderne, datenbasierte Instandhaltungsstrategie. Danfoss beweist damit eindrucksvoll, wie industrielle Digitalisierung in der Praxis messbaren wirtschaftlichen Nutzen schafft.