Glückaufhaus wird zu neuem Leben erweckt

 
 

Was für ein Glück...
wenn die Vergangenheit durch die Gegenwart in die Zukunft begleitet wird

Nach 1 ½ Jahren Bauzeit ist das Glückaufhaus an der Friedrichstraße 1 kaum wieder zu erkennen – Frisch saniert und renoviert, erstrahlt die historische Fassade in fast vergessenem Glanze. Nähert man sich dem Gebäude jedoch von der Seite, gehen hier Futurismus und historischer Klinkerbau harmonisch ineinander über. Turbulent und abwechslungsreich haben die vergangenen Monate Projektentwicklern, Architekten und Mietern zwar einiges abverlangt, aber mit jedem Stein und jedem Klecks Farbe wuchs die Vorfreude um ein Vielfaches. Fast zehn Jahre glich das Glückaufhaus einem Geisterschloss, bis sich jemand vorstellen konnte, wieder darin zu arbeiten.

Eine Kette glücklicher Zufälle...
Der Essener Projektentwickler Kölbl Kruse hatte sich dieser Immobilie angenommen und versuchte jemanden zu finden, der bereit wäre, in die Potentiale und damit in die Zukunft der historischen Bausubstanz zu investieren. Zeitgleich war ifm auf der Suche nach einer Immobilie, die genügend Platz bot, um vier der fünf Essener Niederlassungen an einem Standort zu bündeln. „Alle zehn Jahre haben wir uns verdoppelt, wir waren das Umziehen leid.” erklärt Geschäftsführer Bernd Busch. Auf dem Heimweg sah der Vorsitzende der Geschäftsführung, Herr Michael Marhofer, das Haus und hatte die Idee, hier die neue Unternehmenszentrale der ifm zu errichten.

Sehnsüchtig erwartet
„Wir haben dann auch eine gewisse Leidenschaft für das Projekt entwickelt.”, gibt Bernd Busch verschmitzt / offen zu. Heute sei man schon „ein wenig stolz” darauf, dass man seinen Beschäftigten nun bessere Arbeitsbedingungen bieten könne”. Insgesamt bietet das Glückaufhaus 17.000 Quadratmeter Nutzfläche, von denen 5.500 zur Vermietung stehen. Hier finden alle 350 Mitarbeiter der Essener ifm-Standorte genügend Platz. Im Oktober wurde dem Hauptmieter, ifm electronic gmbh, pünktlich zum Jubiläum die Schlüssel der neuen Firmenzentrale überreicht – der Umzug konnte beginnen. Innerhalb der dann folgenden 12 Wochen, zogen vier der fünf Essener Standorte in drei Etappen in das geschichtsträchtige Haus ein.

Spannend: Geschichte trifft Moderne
Mit viel Respekt und Einfühlungsvermögen wurde dem historischen Bau neues Leben eingehaucht. 1922/23 nach Plänen des Planungsdezernenten Ernst Bode erbaut, gilt das Glückaufhaus als typisches Beispiel für die Architektur der 20-er Jahre und war lange ein Wahrzeichen für den industriellen Wandel in Essen. Als solches ist es natürlich fester Bestandteil des Essener Kulturpfades, der sich quer durch Essen und die deutsche Industriegeschichte schlängelt. Die Kölbl Kruse GmbH beauftragte das Hagener Architekturbüro Bahl & Partner mit einem Neuentwurf des Glückaufhauses. Leider erwies sich das Innenleben des Hauses, die Decken, Treppen, das Baumaterial bei eingehender Prüfung als marode. Trotzdem wurde alles daran gesetzt zu retten, was zu retten war. Nicht einmal die zeitintensive Suche nach Maurern, die noch historische Reichsformatsteine zu verarbeiten wissen, war zu aufwendig. Besonderer wurde Wert zudem auf die Erhaltung der gestalterischen Details expressionistischer Herkunft gelegt. Diese finden sich im „neuen” Glückaufhaus beispielsweise im Eingangsbereich Rüttenscheider Straße. Ebenso wie die Fassade vollständig restauriert wurde, findet sich auch die lebensgroße Figur eines Hüttenarbeiters des Bildhauers Joseph Ensling, die auf die bedeutende Rolle Essens als Stahlmetropole hinweist, nach wie vor an ihrem Platz. Hinter der denkmalgeschützten Fassade offeriert das Glückaufhaus seinen Besuchern und Mietern ein komplett neues Bürogebäude mit variablen Raumzuschnitten sowie zukunftsweisender Kommunikations- und Gebäudetechnik. Ende 2009 öffnete zudem das Restaurant Bistecca und das traditionsreiche, rekonstruierte Filmkunsttheater filmstudio den Essenern ihre Pforten.

Auf ins Glück!
Mit der ifm als Hauptmieter ist nun wieder Leben in das verlassene Gebäude eingezogen. „Wir sind froh, dass wir nicht irgendwo auf der grünen Wiese neu gebaut, sondern uns für ein Gebäude mit einzigartigem Flair im Herzen der Stadt entschieden haben.“, resümiert ifm-Geschäftsführer Michael Marhofer.

Daten & Fakten zur neuen ifm-Unternehmenszentrale „Glückaufhaus“
  • Erbaut: 1922/23 nach Plänen des Architekten Ernst Bode
  • Nutzungsfläche: 17.000 qm
  • Hauptmieter: ifm electronic gmbh
  • Einzug ifm: 4. Quartal 2009
  • Architekt: Bahl + Partner Architekten BDA
  • Eigentümergemeinschaft: Glückaufhaus GmbH & Co. KG
  • Projektentwickler: Kölbl Kruse GmbH

Hier finden Sie weitere Informationen zum Glueckaufhaus.